Emmerthal (cb). Nachdem die Planungen für das Bildungshauskonzept in Kirch-ohsen nach langen Beratungen – und Querelen – um die günstigste Lösung nun weit fortgeschritten sind, richten Gemeinde und Politik den Blick auf Börry, wo im nächsten Schritt die Grundschule und Kindertagesstätte unter einem Dach organisatorisch zusammengefasst werden sollen. Nun sollen vier Architektenbüros aufgefordert werden, das Entwurfskonzept für den Umbau der Schule zum Bildungshaus zu entwickeln. Gemeinsam mit Schule und Kindertagesstätten solle aufgezeigt werden, wie dies unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten möglich ist.

Die Verwaltung hatte bereits 2008 ein erstes Entwurfskonzept vorgelegt, dazu außerdem eine grobe Kostenschätzung aufgestellt. Danach sollen die Umbauten von Neu- und Altbau mit energetischer Sanierung voraussichtlich insgesamt 450 000 Euro kosten. Laut Uwe Dreyer, Fachbereichsleiter Technische Dienste im Rathaus, gelten die Baukosten, die Funktionalität der Räume sowie die künftigen Betriebs- und Unterhaltungskosten des Gebäudes als Hauptkriterien für die Prämierung. Auf Wunsch der Politik soll die energetische Sanierung dabei als weiterer Punkt aufgenommen werden. „Wir sind keine Architekten“, meinte Dreyer zu den personellen Kapazitäten der Gemeindeverwaltung, die nicht mehr als die Entwurfsplanung ermöglichen könne. „Vielleicht ergeben sich auch noch bessere Ideen“, hofft er darauf, dass die Experten aus den Fachbüros andere Möglichkeiten aufzeigen könnten.

In Börry sollen laut Konzept die Kindertagesstätten Esperde und Hajen im Neubau der Schule eingerichtet werden. Damit soll auch die Möglichkeit geschaffen werden, Plätze für die ab 2013 vorgeschriebene Betreuung von unter dreijährigen Kindern zu schaffen. Der Altbau wird als Schulgebäude ausgebaut.

Besonders für die CDU und Freie Wählergemeinschaft war es zunächst nicht einsichtig, dass für die Planung Aufträge vergeben werden müssten. „Wir haben eine gewisse Erwartungshaltung“, sagte Ernst Nitschke (FWE) an die Adresse der Verwaltung, einige Bereiche dabei selbst abdecken zu können. Er verwies auf die Nachbargemeinde Aerzen, wo die Planungen für das neue Feuerwehrgerätehaus in Groß Berkel durch die Mitarbeiter des Rathauses erledigt würden. Karl-Wilhelm Steinmann von der CDU meinte ebenfalls, dass „wir keine Architektenbüros brauchen, um ein paar Wände zu verrücken“. Dies sei nur nachvollziehbar, wenn die energetische Sanierung ein wesentlicher Bestandteil sei. Dies hat die Verwaltung aber ohnehin vorgesehen. Seiner Anfrage, ob die Finanzierung des Bildungshauskonzeptes in Börry überhaupt gesichert sei, widersprach sein Fraktionskollege Rolf Keller. Zwar habe er die damit verbundene Schließung der Kindertagesstätten in Hajen und Esperde abgelehnt, doch nun liege ein Grundsatzbeschluss vor. „Und deshalb fordere ich jetzt auch, ihn umzusetzen.“

Dass die Finanzierung haushaltsrechtlich abgesichert sei, versicherte Erster Gemeinderat Elmar Günzel. Verwundert über die Diskussion zeigte sich Klaus Hinke (SPD), Vorsitzender des Bauausschusses. Gerade wegen des Konsolidierungskonzeptes, mit dem die Gemeinde Einsparungen erreichen will, seien die geplanten Schritte wichtig. Es gebe den Beschluss zum Bildungshauskonzept, den es inklusive Termin umzusetzen gelte. Und dazu gehöre als nächstes Börry, sagte Hinke. Der Architektenwettbewerb sei dafür sinnvoll, um hinterher sagen zu können: „Wir haben die schönste und günstigste Variante für die Gemeinde.“ Auch sein Parteikollege Oliver Gockel unterstützte dieses Vorgehen, verband dies gleichzeitig mit der Einschätzung, dass die Gemeinde die Planungen personell nicht schaffen könne. Gerade das Beispiel des Bildungshauses in Kirchohsen habe gezeigt, dass ein Architektenbüro günstigere Lösungen vorschlagen könne.